Informationen zum Deutschen Buchpreis
Seit 2005 prämiert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels alljährlich den „besten Roman des Jahres“. Der Preis soll mehrere Funktionen erfüllen: Förderung von Autor:innen und deutscher Literatur im Ausland, Erzeugung medialer Resonanz, Marketing sowie zeitgemäße Literaturvermittlung.
Funktionen des Preises
Am Attribut „Roman des Jahres“ lässt sich schon die kommerzielle Ausrichtung des Deutschen Buchpreises erkennen, die von Anfang an in der Kritik stand. Der Buchpreis erfüllt mehrere Funktionen: Autor:innen dient er als Förderinstrument zur Erlangung von symbolischem und ökonomischem Kapital. Weiterhin dient er der Erzeugung von medialer Resonanz, dem Marketing sowie der Förderung deutscher Literatur im Ausland (Verkauf von Lizenzen).
Die Verleihung des Deutschen Buchpreises durch den Börsenverein des deutschen Buchhandels ist zudem als Versuch der zeitgemäßen Literaturvermittlung zu verstehen und orientiert sich an Preisverleihungen in den Bereichen Film, Fernsehen und Musik. Das Buch soll so populär wie möglich präsentiert werden. Der Preis sowie insbesondere auch die Preisverleihung bringen idealerweise einen ‚Glam-Faktor‘ in den deutschen Literaturbetrieb, der seit 1945 eigentlich mit Anti-Glamour assoziiert wird.
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Gewinner-Prinzip
Laut Irsigler und Lembke funktioniert der Preis nach dem Prinzip „The Winner takes it all“: Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält 25.000 EUR; der prämierte Roman wird so gut wie immer zum Bestseller. Auch für die fünf weiteren Nominierten der Shortlist, die jeweils 2.500 EUR Preisgeld erhalten, hat der Preis verkaufsfördernde Wirkung.
Irsigler und Lembke vergleichen den Deutschen Buchpreis strukturell mit einem Sport-Event – auch hier steht am Ende ein Gewinner, die Abfolge der Bekanntgabe von Longlist und Shortlist ähnelt der KO-Runde eines Sportturniers (oder auch einer Casting-Show). Im Laufe des Turniers treten Gewinner, Verlierer und ‚Helden‘ auf, auch hier gibt es Skandale und interessante Geschichten, die sich im Verlauf der Veranstaltung entfalten. In der Vergangenheit haben sich immer wieder Gewinnerinnen des Buchpreises wie z.B. Julia Franck und Terézia Mora, mit den Nicht-Gewinner:innen solidarisiert und das Prinzip „Winner takes it all“ (Irsigler/Lembke) kritisiert.
Ingo Irsigler und Gerrit Lembke (Hrsg.): Spiel, Satz und Sieg. 10 Jahre Deutscher Buchpreis. Berlin University Press 2014.
Ablauf
Die Vergabepraxis, die sich aus marketingstrategischen Gründen über mehrere Monate erstreckt, bietet einen langen Zeitraum für mediale Aufmerksamkeit – fortwährend wird im Feuilleton berichtet, es gibt immer wieder neue Informationen. Die Höhepunkte bestehen in der Bekanntgabe der Jury im Februar, der Veröffentlichung der Longlist (im August) und der Shortlist (im September) und schließlich der Preisverleihung im Oktober. Letztere Veranstaltung wird im Kaisersaal des Frankfurter Römers abgehalten und bildet zugleich in den inoffiziellen Auftakt zur Frankfurter Buchmesse.
Die Frankfurter Buchmesse ... lorem ipsum dolor sit amet. (Link zum Glossar?)
Vorläufer und Vorbilder
Vorläufer des Deutschen Buchpreises ist der Deutsche Bücherpreis, der von 2002 bis 2004 im Rahmen der Leipziger Buchmesse, ebenfalls vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, verliehen wurde.
Als Vorbilder im Sinne eines nationalen Buchpreises können der Prix Goncourt und der Man Booker Prize gelten. In Deutschland werden jährlich mehr als 6000 Literaturpreise verliehen, die von den ‚big players‘ unterschieden werden müssen. Zu ihnen zählt 1. der Deutsche Buchpreis, der häufig an Autor/innen an der Schwelle zum großen Erfolg verliehen wird, 2. Der mit 50.000 Euro Preisgeld höher dotierte Büchnerpreis, der allerdings wenig Auswirkungen auf die Buchverkäufe hat und für ein Gesamtwerk verliehen wird. 3. Der Wilhelm-Raabe-Preis, 4. Der Kleist-Preis und 5. Der Ingeborg-Bachmann-Preis, der ein unveröffentlichtes Manuskript prämiert und speziell Neuentdeckungen in den Blick nimmt.
Einschätzung
Der Deutsche Buchpreis gibt sich eher un-elitär, sein Zielpublikum sind ‚normale‘ Leserinnen und Leser. Es handelt sich um einen ‚Preis der Mitte‘ – die prämierten Romane zielen nicht auf Extreme ab: es darf nicht reine Unterhaltung sein, aber auch keine Avantgarde.
Dessen ungeachtet werden nicht nur die Titel großer Verlage prämiert, auch kleinere Verlage sind unter den Gewinnern vertreten, wie z.B. Matthes & Seitz. Die prämierten oder in der Long- und Shortlist versammelten Titel zeigen sich homogen, was den Stoff angeht. Es kristallisieren sich bestimmte Qualitätsmerkmale heraus, die auch öffentlich im Feuilleton diskutiert werden. Goutiert werden eher ernste Stoffe, die realistisch und ästhetisch konventionell umgesetzt werden. Die prämierten Romane adressieren gesellschaftliche Probleme (und triggern so Debatten im Feuilleton) und zeigen in ‚engagierter‘ Weise historisches Bewusstsein (auffällig häufig wurden Familiengeschichten prämiert).
Verfahren der Popliteratur und der Postmoderne konnten bisher kaum reüssieren und werden tendenziell als im negativen Sinne oberflächlich und verspielt bewertet. Diesem homogenen thematischen Profil steht eine ausgeprägte Heterogenität und Offenheit in Bezug auf die beteiligten Autor:innen gegenüber – hinsichtlich Alter, Geschlecht (mit Kim de L’Horizon gewann eine non-binäre Person den Preis) und Herkunft (mit Herkunft von Saša Stanišić wurde 2019 ein Nicht-Muttersprachler prämiert).
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